Walküre - Craig Russell


Erscheinungsdatum: 29. Mai 2010
ISBN:  978-3431037951
Autor : Craig Russell
VerlagBastei Lübbe
Format: Hardcover 
Seiten: 448
Zielgruppe: Thriller-Leser



Ein neuer Fall für Hauptkommissar Jan Fabel: Im Rotlichtviertel wird ein bekannter britischer Popstar erstochen. Seine letzten Worte bevor er stirbt , deuten darauf hin, dass er ein Opfer des "Engels von St. Pauli" geworden ist. Doch wie kann das sein, wo der so genannte Engel ausschließlich in den 90er Jahren seine Opfer suchte und fand. An eine erneute Tat, nach so vielen Jahren will Hauptkommissar Fabel nicht glauben. Vielmehr befürchtet er, dass ein Nachahmungstäter seine Finger im Spiel hat. Nachdem weitere Mordopfer auftauchen, die alle im Tathergang nicht den Taten des Engels ähneln, scheint sich Fabels Verdacht zu bestätigen. Die lautlose und spurlose Vorgehensweise lässt bald nur noch einen Schluss zu : ein speziell dafür  ausgebildeter Täter geht fein säuberlich zu Werk und lässt für die ermittelnden Beamten eine Menge offene Fragen zurück.



Mit dem 5. Fall von Hauptkommissars Jan Fabel ist Craig Russell ein spannender, vielschichtiger und temporeicher Thriller gelungen, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Wie gewohnt sind die Hauptfiguren bei Russell sehr detailliert und mit viel Tiefgang gezeichnet. Neben den Ermittlungen spielen so nicht nur die privaten Belange der Figuren ( Fabels Auseinandersetzung mit seiner Ex-Frau, die ihm Vorwürfe macht, weil seine Tochter ebenfalls zur Polizei möchte), sondern auch berufliche Konflikte( z.B. Jans Kollegin Anna, die sich nur als bedingt geeignet für den Polizeidienst erweist), eine große Rolle und machen einen überdurchschnittlichen großen Handlungsanteil aus. Darüber hinaus hat mir bei "Walküre" vor allem die Tatsache gefallen, dass der Leser zunächst völlig im Dunkeln tappt, und sich erst nach und nach die Zusammenhänge ergeben, die letztendlich weite Kreise ziehen. Die Kreise ziehen sich tatsächlich so weit, dass der Leser über den Ausgang der Geschichte sehr überrascht sein dürften. Der klare und flüssige Sprachstil ermöglicht zu dem einen schnellen Einstieg in die Handlung. Wer bereits die Vorgänger-Romane mit Jan Fabel gelesen hat, wird auch in "Walküre" wieder einige Interessante Aspekte aus dem Leben der Hauptcharaktere kennenlernen. In der realistischen  Zeichnung der Figuren, sowie der Verknüpfung diverser Handlungsstränge liegt meiner Meinung nach der Erfolg der Jan-Fabel-Reihe. In Walküre schafft es der Autor wieder gekonnt, mit laufenden Fortgang der Geschichte, diese noch Spannungs- und temporeicher zu gestalten, und bei dem Leser das "Nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Wollen"-Gefühl auszulösen. Mit diesem Buch ist Craig Russell eine sehr gute Fortsetzung gelungen. Wer seine Reihe um den Hamburger Kommissar noch nicht kennt, und gerne Thriller liest, dem kann ich die Reihe nur wärmstens empfehlen. Aber Achtung: die Beschreibungen der Tathergänge sind nichts für schwache Nerven, oftmals zeichnet der Autor ein brutales , detailreiches und realistisches Bild des Geschehens.








Craig Russell, 1956 im schottischen Fife geboren, arbeitete zunächst als Polizist und in der Werbebranche, bevor er sich schließlich 1990 dem Schreiben widmete. Seinen ersten Krimi "Blutadler" schrieb er 1995 Sein besonderer Hang zur deutschen Sprache und Geschichte, lässt sich in der Wahl des Handlungsortes seiner Bücher erkennen: Hamburg dient als Kulisse sämtlicher in der Jan-Fabel-Reihe erschienen Bücher. Nach der Jan-Fabel-Reihe hat Craig Russell  , die bisher 4 Teile umfassende Lennox-Reihe verfasst, deren Schauplatz Glasgow der 60er Jahre ist. Wer mehr über Craig Russell erfahren möchte, dem lege ich seine englisch-sprachige Internetseite ans Herz: http://www.craigrussell.com/


Mädchenfänger - Jilliane Hoffman


Erscheinungsdatum: 16. Juli 2010
ISBN:  978-3805208925
Autor Jilliane Hoffman
Verlag: Wunderlich
Format: Hardcover / 19,95
Seiten: 464
Zielgruppe: Thriller-Leser




Die 12. Jährige Lainey verbringt wie Ihre gleichaltrigen Freundinnen viel Zeit im Internet. Als sie dort in einem Chatroom den gutaussehenden Zach kennen lernt, kann Sie Ihr Glück zunächst kaum fassen. Sie tauschen Nachrichten und Bilder aus. Als Zach Ihr eines Tages mitteilt, dass er Sie unbedingt treffen will, kann Sie Ihr Glück kaum fassen.  Als Sie an dem vereinbarten Tag nach der Schule nicht nach Hause kommt, ahnt zunächst keiner , weder Ihre Eltern , noch die Polizei, dass Lainey gar nicht wie angenommen von zu Hause ausgerissen ist, sondern sich sehr wahrscheinlich in der Gewalt eines Mannes befindet, der junge Mädchen mit Hilfe des anonymen Internets in seine Arme lockt.
Der zuständige Ermittler Bob Dees , Spezialist auf dem Gebiet verschwundener Kinder, kann sich besonders gut in die Lage von Laineys Eltern versetzen: Vor knapp 1 Jahr ist seine Tochter Katy spurlos verschwunden, und bei Lainey ist er sich von Anfang an sicher, dass sie nicht von zu Hause ausgerissen ist, sondern viel mehr hinter der Sache steckt. Sein Gefühl soll ihn nicht trügen, und schon bald soll sich dies auf grausame Art und Weise bewahrheiten.



Mit Ihrem Thriller "Mädchenfänger" greift Jilliane Hoffman mit dem zentralen Thema Serienmörder und Mädchenfänger zwar kein neues Thema auf, dennoch sticht dieser Thriller vor allem durch das Brandaktuelle Thema der Internetgefahren insbesondere für junge , leichtgläubige Mädchen aus der Masse hervor. Jeder Mutter eines weiblichen Teenagers wird allein bei der Vorstellung Ihre Tochter könnte ebenso unbedacht und naiv mit dem Internet agieren , wie Lainey es in dem Thriller wahrscheinlich der Angstschweiß ausbrechen.
In einer gewohnten klaren und schnörkellosen Sprache schildert Jilliane Hoffman zunächst Anhand Laineys Lebensumständen den typischen Alltag eines weiblichen Teenagers in unserer Gegenwart. Lainey wird als pubertierendes Mädchen dargestellt, die sowohl mit Ihren Eltern als auch mit Ihrem Bruder des öfteren aneinander gerät.  Die kurzen aber dennoch spannenden Kapitel sind Temporeich geschrieben. Eine besondere Brisanz entsteht durch den ermittelnden FBI-Agenten Robert Dees, dessen Tochter Katy wie bereits erwähnt ebenfalls verschwand. Anders als Lainey jedoch, bleibt seine Tochter spurlos verschwunden. Da das verschwinden seiner Tochter nicht nur seine Ehe , sondern auch beinahe seine Karriere zerstört hat, steckt Dees alle Kraft in den Fall der verschwundenen Lainey. Das sehr bald die Möglichkeit einer Verbindung zwischen den beiden Fällen der verschwundenen Mädchen auftaucht, wird meiner Meinung nach leider etwas zu plump dargestellt, hier hätte ich mir etwas mehr Raffinesse gewünscht. Alles in allem hat mir das Buch zu wenig Wendungen und Überraschungen bereitgehalten und auch die Figuren sind mir zu oberflächlich gehalten. Dennoch kann man sagen, dass Jilliane Hoffmann ein spannender, solider Thriller vor einem Brandaktuellen und brisanten  Thema gelungen ist.








Jilliane Hoffman , 1967 in Long Island geboren, arbeitete viele Jahre als Staatsanwältin In Florida und unterrichtete zudem die Spezialeinheiten der Polizei hinsichtlich vieler juristischer Belange. In Ihrem ersten Thriller Cupido, erzählt sie ,selbst junge Staatsanwältin in Florida, ebenfalls die Geschichte einer jungen Staatsanwältin in Florida und landet auf Anhieb einen Bestseller, nicht nur in den USA, sondern weltweit.  Mit "Samariter" hat sie in diesem Jahr bereits Ihr 6. Buch veröffentlicht. 





Kleine Erinnerungen - Jose Saramago




Erscheinungsdatum: 6. März 2009
ISBN:  978-3498063993
Autor Jose Saramago 
VerlagGoldmann Verlag
Format: Gebunden/ erhältlich ist allerdings nur noch die Taschenbuch-Ausgabe  für 8,90 €
Seiten: 160
Zielgruppe:  



In Jose Saramagos schmalen Bändchen entführt uns der portugiesische Literaturnobelpreisträger in das Portugal seiner Kindheit und Jugend. In kleinen, meist kurzen Kapiteln gewährt uns Jose Saramago einen autobiographischen  Einblick in Begebenheiten aus seiner Kindheit und frühen Jugend. Es sind , wie der Titel bereits verrät, kleine Erinnerungen, etwa an erste Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, Anekdoten aus seiner Schulzeit und alltägliche Geschichten aus einer durch Armut geprägten Kindheit. Er gewährt dem Leser einen Einblick in seine bescheidene Vergangenheit , nimmt Bezug auf Ereignisse die Einfluss auf spätere Werke von ihm genommen haben, und lässt einem vor allem staunen - staunen darüber, wie  ein Mann trotz (oder vielleicht gerade wegen) solch einfachen Wurzeln zum wichtigsten Autor der portugiesischen Gegenwartsliteratur werden konnte.





Ich muss gestehen, dass ich das schmale Bändchen nicht gerade mit großen Erwartungen vor 2 Tagen aus meinem Bücherregal genommen habe. Ich hatte eigentlich nur eine einfache Lektüre für die Zugfahrt gesucht und musste zu meiner Freude feststellen, dass ich das kleine Büchlein völlig zu Unrecht unterschätzt habe. In kleinen Anekdoten bietet Saramago dem Leser einen Einblick in das Portugal seiner Kindheit. Eine bunte Mischung aus einfachen Kindheitserinnerungen und jugendlichen Anekdoten bieten dem Leser eine angnehme Mischung. Das Besondere bei dieser Lektüre war für mich die Erfahrung, dass es oftmals nicht vieler Worte bedarf, um dennoch viel auszudrücken. Beim lesen der kleinen Alltagsgeschichten stahl sich immer öfter ein zartes Lächeln auf mein Gesicht. Besonders symphatisch fand ich das Geständnis Saramagos, dass er sich bei der ein oder anderen Begebenheit gar nicht sicher sei, ob sich Dieses oder Jenes tatsächlich so ereignet hat, oder ihm seine Erinnerungen nur einen Streich spielen:  „Manchmal frage ich mich, ob bestimmte Erinnerungen wirklich meine eigenen sind oder vielleicht eher fremde, in denen ich unbewusst mitgespielt habe und die mir erst im Nachhinein über Beteiligte vermittelt wurden…“ .
Mein Fazit: Ein bezauberndes Buch des portugiesischen Nobelpreisträgers, welches mit zarten und bescheidenen Tönen einen Einblick in die Vergangenheit eines großen Mannes gewährt.








Jose´ Saramago wurde am 16. November 1922 in einem kleinen portugiesischen Dorf Namens  Azinhaga  als Sohn einer einfachen Landarbeiterfamilie, geboren. Aber auch als seine Familie 1924 in die Hauptstadt Lissabon zog, verbrachte er viel zeit bei


seinen Großeltern in Azinhaga, so dass er seinen Heimatdorf immer verbunden blieb. Nachdem seine Eltern ihm den Besuch des Gymnasiums nach 2 Jahren nicht mehr finanzieren konnten wechselte er auf die technische Fachschule, auf der er 1939 den Abschluss als Maschinenschlosser machte. Seine Freizeit verbrachte er schon damals oft in der öffentlichen Bibliothek.

Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1947, im Alter von 25 Jahren: "Land der Sünde". Es sollten 30 Jahre vergehen, ehe sein zweiter Roman "Handbuch der Malerei und Kalligraphie" erschien.Internationalen Durchbruch erreichte er erst mit seinem 1982 veröffentlichten Roman "Das Memorial". 1998 erhielt er dann den Nobelpreis für Literatur. Am 18. Juni 2010 verstarb Jose´ Saramago, der einzige Literaturnobelpreisträger seines Landes, auf seinem Haus in Lanzarote.

Die Schuld einer Mutter - Paula Daly



Erscheinungsdatum: 10. März 2014
ISBN:  978-3442547357
Autor Paula Daly
VerlagManhattenVerlag
Format: Hardcover / 19,99
Seiten: 352
Zielgruppe: Thriller-Leser


Gibt es etwas schlimmeres für eine Mutter ,als wenn die eigene Tochter verschwindet? Nein! Aber etwas das fast genauso schlimm ist: wenn die Tochter der besten Freundin spurlos verschwindet, während die beste Freundin Ihre Tochter in der sicheren Obhut von einem selbst  wähnte. Genau das geschieht Lisa Kallisto. Eigentlich hätte die Tochter Ihrer besten Freundin die Nacht in Ihrem Haus  verbringen sollen. Erst als sie von dem verschwinden Lucindas erfährt, fällt Lisa ein, was sie in Ihrem zur Zeit mit privaten und beruflichen Stress prall gefüllten Leben völlig vergessen hat: die Tochter Ihrer besten Freundin ist nicht wie vereinbart nach der Schule zu Ihr gekommen. An eine zufälliges Verschwinden glaubt Niemand, da erst einige Tage zuvor ein anderes Mädchen ,zwar lebend, aber missbraucht und völlig verstört ,aufgefunden wurde. Von tiefen Schuldgefühlen geplagt  macht sich Lisa Kallisto schließlich selbst auf die Suche nach Lucinda. Während die Polizei weiterhin im Dunkeln tappt, muss Lisa schließlich erkennen, dass das perfekte Leben Ihrer besten Freundin starke Risse hat und nichts so ist wie es scheint...


Ich war von Anfang an sowohl von dem Cover als auch von der Handlung des Thrillers sehr angetan. Die Geschichte zweier Bester Freundinnen, die durch das spurlose Verschwinden der Tochter der Einen,sowie das Versagen der Anderen auf eine harte Probe gestellt wird, schien vielversprechend. Durch die femininen Figurenkonstellation dürfte Paula Dalys Thriller vor allem weibliche Leserinnen ansprechen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass sich männliche Leser in der Gedankenwelt der Hauptcharaktere wiederfinden bzw. sich mit Ihnen identifizieren können. Da das verschwinden einer Tochter im Vordergrund steht, denke ich, dass vor allem Mütter sich in die Situation der zwei Hauptcharaktere hineinversetzen können. Paula Daly spricht in Ihrem Debüt das brisante, aber leider dennoch immer wieder aktuelle Thema des Kindesmissbrauches an.  Leider wird sie meiner Meinung nach diesem Thema nicht gerecht. Zwar erfährt der Leser durch die gedanklichen Einblenden des Entführers einen tiefen Einblick in die kranke Gedankenwelt eines Sexualstraftäters, doch leider treten diese Einblenden viel zu oft und vor allem allzu schnell hinter dem Alltag der zwei Mütter zurück. Wo wir auch schon bei meinem nächsten Kritikpunkt sind: Leider geht Paula Daly für meinen Geschmack viel zu sehr auf die alltäglichen Probleme von Müttern und Hausfrauen ein, was nach einigen Seiten schlichtweg nur noch nervt. Hier hätte ich mir wirklich weniger Klischees und mehr Tiefgang gewünscht. Abwechslung versucht die Autorin zwar durch die zwei krassen, im völligen Gegensatz zueinander stehenden Leben der zwei Freundinnen zu schaffen, was allerdings nur Ansatzweise gelingt. Ansatzweise nimmt man als Leser auch die Gesellschaftskritik des Thrillers war, die sich zum Einen in der völlig überlasteten Mutter Lisa und zum Anderen in den scheinbar perfekten Leben Ihrer Freundin und deren Schwester wiederspiegelt. Das Ende ist zwar überraschend, kann mich allerdings über den schlechten Fortgang, der am Anfang vielversprechenden  Handlung, nicht genügend hinweg trösten. Ein Thriller mit Potential, welches leider nur ungenügend ausgeschöpft wird. Das es sich laut dem publizierenden Verlag um das Thriller-Debüt des Jahres handeln soll, lässt mich auf die noch folgenden Publikationen des Verlages in diesem Jahr eher mit einem bangen Auge schauen.









Paula Daly, in Lancashire geboren, lebt heute mit Ihrem Mann und Ihren 3 Kindern im englischen Lake District. Nach der Arbeit als freiberufliche Physiotherapeutin und einer kurzen Zeit in Frankreich, kehrte sie schließlich wieder nach Großbritannien zurück.

Das Hexenbuch von Salem - Katherine Howe



Erscheinungsdatum: 15. August 2011
ISBN 978-3442473748
Autor : Katherine Howe
Format: Taschenbuch
Seiten: 512
Zielgruppe:  weibliche Leserinnen ab 16 mit historischen Interesse



Connie Goodwin, eine junge Studentin an der Harvard Universität, schreibt gerade an Ihrer Doktorarbeit über die Sitten und Bräuche des Amerika des 17. Jahrhunderts. Ein besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Hexenverfolgung von Salem . Von Ihrer Doktorarbeit zeitlich vollends eingespannt ,ist Connie daher wenig begeistert, als Ihre Mutter sie bittet, sich um das alte und inzwischen verfallene Haus Ihrer Großmutter zu kümmern. Kurzerhand versucht sie Ihren Aufenthalt in dem kleinen verschlafenen Küstenstädtchen in dem das Haus Ihrer Großmutter steht mit dem Nützlichen zu verbinden, und hofft bei den Recherchen im Nahe gelegenen Salem mehr über die die berühmten Hexenprozesse zu erfahren und neue Erkenntnisse für Ihr Studium zu gewinnen. Bei Ihren Recherchen in alten Kirchenregistern lernt sie dann auch den jungen und attraktiven Sam kennen, zu dem sie sich auf Anhieb hingezogen fühlt. Als Sie dann im Haus Ihrer Großmutter über ein altes und geheimnisvolles Dokumentstolpert , dass einen Hinweis auf die perfekte bisher unbekannte Primärquelle für Ihre Doktorarbeit liefert ,macht sie sich gemeinsam mit Sam macht sie sich auf die Suche  und stößt sehr bald an die Grenzezwischen  des Real & Glaubhaft und dem Übernatürlichen. Schließlich stellt Connie sich die Frage, ob es tatsächlich übernatürliche Phänomene gibt, und die Hexen von Salem tatsächlich existierten ....



Mit "Das Hexenbuch von Salem" ist Katherine Howe ein abwechslungsreicher Frauenroman gelungen. Vor allem durch den Mix der zeitlich unterschiedlich gelagerten  Erzählstränge verbindet sie geschickt und spannend zu gleich das  Salem des 17. Jahrhunderts mit den Recherchen der jungen und ambitionierten Studentin Connie im 21. Jahrhundert.  Durch die wenigen, aber mit der Handlung geschickt verwobenen übernatürlichen Elementen, erhält das Buch zudem eine geheimnisvollen Atmosphäre, ohne das jedoch die Handlung an Glaubwürdigkeit verliert. Meine Befürchtungen, dass die Elemente der Hexerei dem Buch einen unglaubwürdigen und kitschigen Beigeschmack verleihen, waren also völlig unbegründet. Besonders gelungen fand ich die Tatsache, dass Katherine Howe die Hexen von Salem nicht als reine übersinnliche Phänomene dargestellt hat, sondern es sich bei den Hexen von Salem in diesem Buch schlicht und einfach um Frauen mit stark ausgeprägten Heilkräften handelt.Connies Recherchen in der Gegenwart bieten eine solide Rahmenhandlung, die vor allem durch die Rückblicke in das 17. Jahrhundert an Tempo und Spannung gewinnt. Besonders der historische Anteil hat mir beim Lesen besonders gut gefallen und mich in den Bann gezogen. Während der Handlungsstrang um Connie zeitweise oberflächlich und klischeehaft wirkt, sind die Stärken des Buches vor allem in dem historischen Teil des Buches zu finden. Ich fand es teilweise erschreckend, wie nicht nur mit den angeklagten Frauen während der Hexenprozesse verfahren wurde, sondern welch schweres Unterfangen es für die Angehörigen jener Beschuldigten Frauen gewesen ist, ein weitestgehend normales Leben aufrecht zu erhalten. Sprachliche Besonderheiten , die hervorzuheben es lohnt, gab es zwar nicht, dies wird allerdings durch den außergewöhnlichen Plot und den Mix der verschiedenen Genres alle Mal wieder wett gemacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, in denen zwischen verschiedenen Zeitebenen gewechselt wird (ohne das man dies als Leser sofort bemerkt), nennt die Autorin bei jedem Wechsel der Zeitebene Ort und Zeit. Dies fördert nicht nur den Lesefluss, sondern gibt dem ganzen Buch eine gewisse Struktur.  Das die Autorin strukturiert und gut recherchiert an Ihren Roman herangegangen ist, bleibt für den Leser während des gesamten Romans gut erkennbar.Besonders authentisch wirkt das Buch für mich vor allem durch die Tatsache, dass die Autorin Katherine Howe selber ein Nachkomme von gleich 2 Frauen ist, die zur damaligen Zeit vor Gericht standen. Wer für den Sommer noch ein spannendes Buch mit außergewöhnlichen Facetten sucht und an die Sprache nicht allzu hohe Ansprüche stellt , dem würde ich dieses Buch wärmstens empfehlen.







Katherine Howe, 1977 in Massachusetts geboren, hat sich während Ihres Studiums ausführlich mit dem Thema Hexen befasst. Zu Ihren Vorfahren gehören  Elizabeth Proctor, welche die Anklage vor dem Gericht überlebte, sowie Elizabeth Howe, die als Hexe in Salem gehängt wurde.  Die Schicksale Ihrer weiblichen Vorfahren dienen als Basis für Ihren ersten Roman "Das Hexenbuch von Salem".
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