Gleichung mit einer Unbekannten - Gabriel Roth



Erscheinungsdatum: 28. August 2013
ISBN:  978-3257300222
Autor : Gabriel Roth
VerlagDiogenes
Format: broschiert/14,90€
Seiten: 352
Zielgruppe:  Leser ab 16


Eric ist ein Nerd, wie er im Buche steht.Bereits zu Schulzeiten hatte er diesen Ruf bei seinen Mitschülern. Als er dann auch noch anfängt sich Notizen zu seinen weiblichen Mitschülern zu machen, und eines Tages dieses Notizbuch in die Hände seiner Mitschüler gerät, ist Erics Außenseiter-Status endgültig besiegelt. Einzig mit seinem Highschool-Freund Bill teilt er die Leidenschaft des Programmierens und gemeinsam entwickeln sie ein Datenanalyssystem welches sie schließlich für 18,4 Millionen Dollar verkaufen. Ende gut alles gut!? Weit gefehlt. Eric weiß nichts mehr mit sich anzufangen und verbringt seine freie Zeit vor allem mit Computerspielen und Comiclesen. Alles wonach sich Eric sehnt ist eine Frau, keine Frau für eine Nacht, sondern für eine ernsthafte Beziehung. Mit seinem analytischen Verstand kann das doch nicht allzu schwer sein, immerhin waren erste Ansätze bereits im Highschool-Alter zu erkennen, auch wenn dies schließlich in dem bereits erwähnten Notizbuch-Desaster endete. Als Eric auf einer Party schließlich Maya kennen lernt und sie sich schneller als erhofft näher kommen, scheint Eric seinem Ziel ganz nah. Sehr schnell muss Eric jedoch feststellen, dass ihm sein analytisches Know-How nicht weiterhilft, denn Liebe lässt sich nicht programmieren und ist alles andere als vorhersehbar.



Gabriel Roth ist mit seinem Debüt ein wunderbar leichter Roman gelungen, der vor allem zum Ende hin ruhigere und tiefgründigere Töne anschlägt. 
Auf den knapp 350 Seiten ist  ein Facettenreicher Roman entstanden: Eric mit seinen Eigenheiten als analytischer Nerd, der sich versucht in einer Welt zu behaupten, in der Computer und Programmierer (noch) eine  Außenseiter-Rollen einnehmen. Als ihm endlich der Durchbruch gelingt, und er sich auf den Lorbeeren harter Programmier-Arbeit ausruhen kann trifft er auf Maya, die ihn mit all seinen Eigenheiten und skurrilen und dennoch liebenswerten Charaktereigenschaften liebt. Doch Erics Hang zum analytischen  droht das Junge Glück zu zerstören. Die Psychologische Komponente nimmt zum Ende des Buches hin eine immer stärkere Rolle ein, und scheint mit der wissenschaftlichen Komponente Erics zu kollidieren. Ich hatte das Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, die Zeit verging wie im Flug und erst im nachhinein wurden mir die leisen  Töne, die der Autor damit anschlug bewusst. Die Lektüre des Buches gleicht einer Achterbahn-Fahrt: ein stetiges auf und ab: lustige Momente wechselten sich mit traurigen genauso ab, wie einfühlsame mit den skurrilen. Gabriel Roth hat es geschafft eine ernste Thematik in leichte , fast poetische, Worte zu verpacken.
Mein Fazit: ein kurzweiliges und unterhaltsames ,aber dennoch vielschichtiges Lesevergnügen. Gewohnt Diogenes kann ich da nur sagen.








Gabriel Roth wurde 1973 in London geboren und weist erstaunlicherweise einige Paralelen mit seiner Romanfigur Eric auf. Er arbeitet eine Zeit lang als Journalist in San Francisco und lebt gegenwärtig als Autor und Software-Entwickler mit seiner Familie in New York.


Der Mann der kein Mörder war - Michael Hjorth



Erscheinungsdatum: 2. Januar 2013
ISBN:  978-3866123243
Autor : Hjorth & Rosenfeldt
Verlagrororo
Format: broschiert/9,99
Seiten624
Zielgruppe:  Leser skandinavischer Krimis



 In Våsteras, einer kleinen Stadt in der Nähe von Stockholm, entdecken Kinder eine grausame zugerichtete Leiche. Schnell ist klar,dass es sich dabei um die Leiche des 16 Jährigen Roger Eriksson handelt, welcher seit einigen Tagen als vermisst gilt. Die Leiche weist nicht nur eine Vielzahl von Messerstichen auf, sondern der Mörder hat auch das Herz des Jungen entfernt. Die zuständige Ermittlerin Kerstin Hanser vermutet zunächst einen rituellen Hintergrund. Da bereits zu Beginn zahlreiche Fehler von den örtlichen Polizisten begangen wurden, entscheidet sich Kerstin Hanser die Reichspolizei zu dem Fall hinzu zuziehen. Kommissar Höglund und  sein Team beginnen zunächst in alle denkbaren Richtungen zu ermitteln,da es zunächst keinen konkreten Anhaltspunkt gibt. Nur eines steht fest:  Das Opfer , von seinen Mitschülern als Außenseiter und einsamer Sonderling abgestempelt, nachdem er erst kürzlich auf Grund von Mobbing seine alte Schule verließ, , scheint einige gut gehütete Geheimnisse gehabt zu haben.  Als Kommissar Höglund zufällig seinen alten Bekannten Sebastian Bergmann, einschlägig bekannt als Polizeipsychologe und Kotzbrocken, in Våsteras wiedertrifft und ihn zu dem bisher völlig verworrenen und undurchsichtigen Fall hinzuzieht, sorgt dies nicht nur in seinem eigenen Team für allerhand Unruhe. Sebastian Bergemann verfolgt rein egoistische Ziele und sein eigenmächtiges und egozentrisches handeln droht die Ermittlungen ernsthaft zu gefährden....

Das Lied der Stare nach dem Frost - Gisa Klönne


Erscheinungsdatum: 26. Februar 2013
ISBN:  978-3866123243
Autor : Gisa Klönne
Verlag: Pendo
Format: Hardcover /19,99
Seiten: 480
Zielgruppe:  Leser von Familiengeschichten









Nach dem Tod Ihres Bruders hatte Rixa nur noch ein Ziel: Vergessen um jeden Preis. So tritt sie die Flucht nach Vorne an und verlässt Ihr Heimatland Deutschland um als mäßig erfolgreiche Bar-Pianistin die Welt zu bereisen. Doch auch in Ihrem neuen Leben holt die Vergangenheit sie schließlich  wieder ein: Durch einen Anruf aus Deutschland erfährt Sie von dem Unfalltod Ihrer Mutter. Nahezu an derselben Stelle, wie Ihr Bruder zwölf Jahre zuvor, verunglückt Ihre Mutter tödlich und reist dabei ein Ehepaar mit in den Tod. Handelt es sich dabei um einen tragischen Zufall, oder hat Ihre Mutter Selbstmord begangen!? Rixa bleibt keine andere Möglichkeit als sich in das nächste Flugzeug nach Deutschland zu setzen und sich nicht nur der Realität , sondern auch den Schatten Ihrer Vergangenheit zu stellen, dass sie dabei nicht nur sich selbst finden sondern auch  auf ein dunkles Familiengeheimnis stoßen wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.



Ich war sehr gespannt auf den neuesten Roman einer meiner Deutschen Lieblingsautorinnen Gisa Klönne. Mit "Das Lied der Stare nach dem Frost" hat Gisa Klönne sich von Ihrem bisherigen Genre der Krimis abgewandt und eine spannende und tragische Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus geschrieben. Mit Ihrem neuesten Roman ist Gisa Klönne ein facettenreicher vielschichtiger und vor allem tiefgründiger Roman gelungen, der auch einige Tage nach dem Lesen gedanklich bei mir nachhalt. Mit dem Buch hat die Autorin Themenkomplexe geschickt miteinander verwoben, die mich persönlich schon immer stark interessiert haben: Zum einen wird die Zeit des Nationalsozialismus thematisiert: Rixas Großvater Theodor Retzlaff war zu dieser Zeit Gemeinde-Pfarrer in Mecklenburg und balancierte auf einem schmalen Grad zwischen  seinem Leben als Pfarrer und den damit verbundenen Grundsätzen und musste sich zeitgleich dem NS-Regime unterordnen um das Überleben seiner Familie zu sichern. In der Gegenwart stößt Rixa auf die Vergangenheit Ihrer Großeltern, und muss sich ebenfalls mit dem Leben Ihrer Mutter Dorothea auseinander setzen, welches vor allem durch die Deutsch-Deutsch-Teilung und einem schwierigen Verhältnis zu Ihren Eltern( Rixas Großeltern) gekennzeichnet war. Unwillkürlich kommt somit für den Leser die Frage nach Schuld und Sühne, Schicksal und Bestimmung auf. Es lädt nicht nur dazu ein sich mit der Deutschen Geschichte im Allgemeinen auseinander zusetzen sondern regt ebenfalls zu Gedanken über die eigene Familie an. Wer sind wir, und woher kommen wir? Tragen wir eine Mitschuld an den Taten unserer Vorfahren , und wie wirken diese sich auf unser eigenes Leben aus? 
Auch die Verbundenheit der Autorin zu Mecklenburg wurde  beim Lesen immer wieder deutlich. Für mich als Mecklenburg-Liebhaberin war dies ein schöner Nebeneffekt beim Lesen, und verlieh der Handlung eine ganz eigene Atmosphäre, dunkel und geheimnisvoll und absolut stimmig mit der Familiengeschichte der Retzlaffs. Ein Hauch von Melancholie war beim Lesen immer dabei und auch Gisa Klönnes Schreibstil, der teilweise als poetisch beschrieben werden kann verliehen dem Buch eine ganz eigene dichte Atmosphäre. 
Wer gerne geheimsnivolle und spannende Familiengeschichten liest und sich für die deutsch-deutsche Geschichte interessiert, dem kann ich dieses Buch , das nahezu eine 100 Jährige Zeitspanne umschließt als Sommerlektüre wirklich nur ans Herz legen. 







Gisa Klönne, 1964 geboren, ist eine Deutsche Schriftstellerin , die vor allem durch Ihre Kriminalromane bekannt geworden ist. Nachdem sie zunächst einige Jahre als Redakteurin und Chefredakteurin arbeitete, erschien 2005 Ihr erster Kriminalroman "Der Wald ist Schweigen". Mit Ihrem neuesten Roman "Das Lied der Stare nach dem Frost" wendet sie sich vom Krimigenre ab und hat einen spannenden Familienroman vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus geschrieben. Beeindruckend fand ich den persönlichen Hintergrund zu Ihrem neusten Buch:
Denn die Idee zu "das Lied der Stare nach dem Frost" kam Ihr nach der Lektüre von Briefen Ihrer Familie aus den Jahren 1944/1945. Nach dem lesen eben jener Briefe war für Sie klar, das sich darin der Stoff für einen neuen Roman verbarg. Nach fünf Jahren des Schreibens war der Roman dann endlich fertig.
Für alle die mehr über Gisa Klönne und Ihre Bücher erfahren möchten, hier der Link zu Ihrer eigenen Homepage:
http://www.gisa-kloenne.de/

Der Beobachter - Charlotte Link



Erscheinungsdatum: 3. Dezember 2011
ISBN:  978-3442367269
Autor : Charlotte Link
Format: Taschebuch/9,99
Seiten: 656
Zielgruppe: Krimi-Leser





Nachdem binnen kurzer Zeit eine zweite ältere, allein stehende Frau brutal ermordet aufgefunden wird, steht für die Polizei fest, dass sie nach einem Serienmörder suchen. Doch es gibt keinerlei Anhaltspunkte auf den Täter. Nur eines steht fest: beiden Frauen wurde vor Ihrer Ermordung nachgestellt und gezielt Angst eingejagt. Verzweifelt sucht die Polizei nach Gemeinsamkeiten im Leben der Opfer. Als dann schließlich eine Drittes Opfer auftaucht, welches mit der gleichen Tatwaffe erschossen wurde, sonst aber nicht in das Schema des Serienmörders passt, steckt die Polizei in einer Sackgasse. Doch dann werden Sie auf den Nachbarn des letzten Opfers aufmerksam, ein Außenseiter wie er im Buche steht: einsam, arbeitslos und bei Frauen ohne jeglichen Erfolg. Sein einziger Lebenssinn besteht darin, seine Mitmenschen zu beobachten und sich in deren Leben zu träumen. Auch die Ehefrau des letzten Opfers hat er akribisch beobachtet und Ihr nachgestellt.  So gerät "Der Beobachter" schließlich ungewollt , aber nicht überraschend in das Visier der Polizisten. Doch soll die Suche nach dem Serienmörder wirklich so einfach sein? Oder übersehen die Polizisten durch das scheinbar Offensichtliche ein entscheidendes Detail, welches Sie auf die Spur des wahren Täters führen könnte?



Der Covertext versprach: "Gnadenlos spannend- der neue Roman von Charlotte Link".

Zugegeben, zunächst war ich skeptisch, inwiefern ein Roman um einen Außenseiter , wie er in Charlotte Links Roman vorkommt, zu einem gnadenlos spannenden Lesevergnügen verhelfen soll. In gewohnter Link-Manier werden zunächst scheinbar zusammenhangslose Ereignisse und Charaktere geschickt miteinander verwoben und ergeben erst allmählich für den Leser ein stimmiges Gesamtbild. Auch wenn sich die Handlung zunächst langsam aufbaut, fand ich es überaus spannend zunächst den Hauptcharakter "Samson" (Der Beobachter) näher kennen zulernen. Ledig und arbeitslos hat es Samson Segal bisher nicht weit in seinem Leben gebracht, und wohnt zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwägerin in einer englischen Kleinstadt. Auf der vergeblichen Suche nach Glück , Zufriedenheit und Liebe flüchtet er sich täglich in sein "Beobachter-Dasein", über das er genauestens Buch führt. Neben Samson gibt es in diesem Kriminalroman ungewohnt viele weitere Hautprotagonisten , die ungewohnte Leser leicht den Überblick verlieren lassen können. Ich habe es allerdings eher genossen,zumal es dem Buch eine enorme Vielschichtigkeit und Dichte verliehen hat. In Ihrem gewohnt flüssigen Sprachstil liefert  Charlotte Link auf knapp 650 Seiten einen spannenden Kriminalroman mit facettenreichen Figuren, bei dem sich der Leser immer wieder fragt, welche Rolle "Der Beobachter" in dem Handlungsgeflecht tatsächlich einnimmt:Täter, Opfer oder einfach nur ein Zeuge der sich zur falschen Zeit am falschen Ort befand? Natürlich ist das Hauptthema des Buches "Stalking" nicht gänzlich neu , aber ich empfand es keinesfalls als störend, dass sie auf ein altbewährtes Thema zurückgreift.  Einen kleinen Abzug gibt es für den Spannungsabfall zum Ende des Buches hin. Ansonsten kann ich "Der Beobachter" für alle Krimi-Fans empfehlen, die noch auf der Suche nach einer passenden Urlaubslektüre sind. 








Charlotte Link, am 5.Oktober 1963 in Frankfurt/Main geboren, zählt zu den gegenwärtig erfolgreichsten Deutschen Schriftstellerinnen. 
Nach einem begonnenen Jurastudium machte Sie Ihren Abschluss schließlich in den Fächern Geschichte und Literaturwissenschaft, was Ihrer kommenden Tätigkeit als Schriftstellerin zu Gute kam.Inzwischen ist Sie auch über die Grenzen Deutschlands für Ihre Spannungsromane bekannt, was nicht zuletzt an der charakteristischen Erzählart Ihrer Romane liegen könnte:der englischen Erzähltradition die sich in Ihren oftmals psychologisch untermauerten Romanen niederschlägt.Einige Ihrer Werke, u.a. Wilde Lupinen, Sturmzeit und Stunde der Erben (auch bekannt als die Sturmzeit-Trilogie) wurden für das Deutsche Fernsehen verfilmt.2004 wurde sie in der Kategorie Belletristik für den Deutschen Buchpreis nominiert. Heute lebt Sie mit Ihrem Lebensgefährten in Wiesbaden.

Jan Guillou - Die Brüder



Erscheinungsdatum: 30. September 2013
ISBN:  978-3453268401
Autor Jan Guillou
VerlagHeyne
Format: Hardcover/ 19,99€
Seiten: 432
Zielgruppe


Nach seinem erfolgreichen Studium in Dresden entschließt sich der gebürtige Norweger Sverre, gegen die gemeinsam mit seinen 2 Brüdern vorher bestimmte Zukunft als Ingenieur und folgt seiner Liebe Albert nach England.   Eigentlich hätte er mit seinen 2 Brüdern die Schuld seines Studiums begleichen müssen,  an einermder größten Bahnbauprojekte der Gegenwart mitzuwirken er sich im Vorfeld verpflichtete : dem Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Oslo und Bergen. Doch er hört auf sein Herz und lässt seine beiden Brüder mit den gemeinsamen Verpflichtungen alleine zurück. Alberts ihm gegenüber bisher verschwiegene adelige Herkunft und sein Leben als Lord bieten Sverre ungeahndete Möglichkeiten: Gemeinsam  mit  Albert gründet er ein eigenes Ingenieursbüro und kann sich trotzdem seiner wahren Leidenschaft der Kunst widmen. Der Gedanken an seine Brüder und seine Verpflichtung rückt in weite Ferne. Doch das gemeinsame Glück währt nur kurz, denn der bevorstehende Krieg wirft seine Schatten voraus und scheint auch Alberts und Sverres Leben auf ungeanhte Weise durcheinander zubringen.



Mit "Die Brüder" hat Jan Guillou endlich den zweiten Teil der Trilogie  um die norwegischen Lauritzen-Brüder vorgelegt. Nachdem ich bereits im letzten Jahr  durch Zufall in dem kleinen Buchlädchen meiner Geburtsstadt auf den ersten Teil "Die Brückenbauer " gestoßen bin , habe ich mich wahnsinnig gefreut als mir das Christkind den zweiten Teil der Trilogie brachte. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht diesmal, wie bereits in der Inhaltsangabe erwähnt, der jüngste der drei Brüder Sverre. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, kann sich allerdings problemlos in den zweiten Teil einlesen, da fast gänzlich losgelöst von den Ereignissen des ersten Teils hier vor allem der neue Lebensstil der Boheme sowie die junge Liebe zwischen Sverre und Albert  im Mittelpunkt stehen. Jan Guillou versucht die Widrigkeiten und Probleme mit denen das Liebespaar zu kämpfen hat glaubhaft mit der  zeitlichen Epoche zu verknüpfen, was ihm leider nicht immer gut gelang. Gerade zu Beginn als Beide Männer  ein schier unglaublich freies und Sorgenfreies Leben auf dem Landsitz Alberts führen ,scheinen mir die Zwei zu viele Freiheiten zu genießen, als das es der Realität zu Beginn des 19. Jahrhunderts glaubhaft entsprechen könnte. Ein Gefühl für die damalige Zeit erfährt der Leser vor allem bei den regelmäßigen Zusammentreffen der beiden Männer mit Ihrem englischen Freundeskreis , der sogenannten  Bloomsbury Gruppe, denen bedeutende Literaten und Künstler wie Virginia Woolf und Roger Fry angehören. Hier traf der Autor meiner Meinung nach ganz besonders den Zeitgeist der jungen Boheme und zeigte Eindrucksstark  deren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Man wurde gerade zu in eine andere Zeit entführt. Leider sind das auch schon die wesentlichen Stärken des Romanes, denn weder die Sprache noch die Handlung konnten mich diesmal wirklich überzeugen. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Storyins stocken geriet und habe die Faszination und Abenteuerlust des ersten Teils mehr als einmal kläglich vermisst.
Mein Fazit: Bezüglich der historischen Einordnung ein interessanter Roman, die Handlung kann dabei aber nur Mittelmaß erreichen.
Nichts desto trotz werde ich dem dritten Band, eine Chance geben und meine Trilogie damit komplettieren.






Jan Guillou, 1944 in  Södertälje geboren , ist ein schwedischer Autor und Journalist. Seit 1966 ist er als Journalist für Zeitungen und Zeitschriften, sowie das Fernsehen tätig. In den 70er Jahren begann er dann mit seiner Tätigkeit als Schriftsteller. Bekannt wurde er durch seine Spionage-Thriller über den Geheimagenten  Graf Carl Hamilton alias Coq Rouge, von denen einige bereits verfilmt wurden .2000 gründete er u.a. mit der Autorin Liza Marklund den Piratenverlag, als Protest gegen die Vertragsbindung schwedischer Autoren bei den großen Verlagen. Nach Strid Lindgren ist Guillou der meistgelesene Autor Schwedens. Heute lebt er in Stockholm und liebt, ebenso wie seine Romanfigur Coq Rouge Rotwein, klassische Musik und die Elchjagd.


Der Menschenmacher - Cody McFadyen



Erscheinungsdatum: 18. Februar 2011
ISBN:  978-3785724071
Autor : Cody McFadyen
Verlag: Lübbe
Format: Hardcover/ 19,99€
Seiten: 605
Zielgruppe: Thriller-Leser




Damals:
3 Erwachsene: David , Allison und Charlie, welche  die gemeinsame Kindheit für immer zusammengeschweißt hat. Eine Kindheit  die geprägt war von Ordnung, Disziplin und Gewalt, und von Repressalien, wenn Sie nicht das taten, was der Mann, denn sie einfach nur "Dad" nannten, von Ihnen verlangte. Ihre Kindheit wurde bestimmt von Aufgaben, deren nichterfüllen stets eine grausame Bestrafung in Form von brennenden Zigarettenstummeln oder gnadenlosen Gürtelschlägen nach sich zog. Langsam wurde den Dreien klar , dass es nur eine Möglichkeit gibt, diesem Alptraum zu entkommen: Dad musste sterben.

Heute:
Zwanzig Jahre später ist aus David ein erfolgreicher Schriftsteller geworden, nur Nachts kann er der Vergangenheit nicht entkommen und wird von schlimmen Alträumen gequält, die ihn immer wieder in seine Kindheit entführen. Als er eines Tages einen Brief erhält, hat ihn seine Vergangenheit schlagartig wieder eingeholt. Auch Allison und Charlie erhalten mysteriöse aber eindeutige Briefe und alle drei stellen sich diesselbe Frage: besteht die unglaubliche Möglichkeit , dass "Dad" vor 20 Jahren Ihren Mordversuch überlebt hat?


Kristina Ohlsson - Tausendschön




Erscheinungsdatum: 10. September 2012
ISBN:  978-3809025924
Autor : Kristina Ohlsson
Format: Hardcover / 19,99€
Seiten: 464
Zielgruppe: Leser skandinavischer Thriller ab 16






Ein Pfarrer und seine Frau begehen Selbstmord. Obwohl Ihr Umfeld dem Ermittler Team von Alex Recht gegenüber beteuert, dass Selbstmord für das Ehepaar absolut undenkbar ist kommen bald Zweifel auf.  Dann scheinen sich Zusammenhänge mit dem Unfalltot eines unbekannten Mannes mit Migrationhintergrund zu ergeben, den niemand zu vermissen scheint.  Erst viel zu spät erkennt das Sonder-Ermittlerteam die Zusammenhänge und die Tatsache ,dass der alles entscheidende Auslöser 15 Jahre in der Vergangenheit des Ehepaares zu finden ist. Können Frederika Bergmann und Ihr Chef Alex Recht alle Kräfte mobilisieren und zumindest die Töchter des Ehepaares , die wie vom Erdboden verschluckt scheinen,vor einem gewaltsamen Tot bewahren!?



 "Tausendschön" ist der zweite Teil um das Ermittlerteam von Alex Recht. Auf den ersten Seiten wird die Vergewaltigung eines jungen Mädchens von einem illegalen Einwanderer geschildert. Dann gibt es einen "Cut" und der Leser findet sich in der Gegenwart mit dem scheinbaren Selbstmord eines Pfarrerehepaares konfrontiert. 2 Gewalttaten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Ein geschickter Schachzug der Autorin, da der Leser während dem Fortgangd er Geschichte immer wieder ins Grübeln gerät, wie diese zwei Kriminalfälle Zusammenhängen (denn dass sie es tun, steht von Anfang an fest). Auch mir ging es nicht anders. In Kristina Ohlssons zweiten Band scheinen sich die Ereignisse für das Ermittlerteam von Alex Recht zu überschlagen. Der Selbstmord des Ehepaares, Totschlag eines Immigranten mit anschließender Fahrerflucht, sowie eine Reihe unaufgeklärter Raubüberfälle. Leider habe ich während des Lesens sehr schnell den Überblick verloren und es viel mir schwer dem Fortgang der Geschichte zu folgen und die Zusammenhänge zwischen den verschiedene Fällen zu erkennen.  Dadurch kam mein Lesefluss immer wieder ins stocken. Zwar war somit der Ausgang der Handlung bis zum Ende hin für mich unvorhersehbar, allerdings hätte es mich gefreut wenn ich während des Lesens zumindest ab und zu den Eindruck gehabt hätte auf der Richtigen Spur bei der Frage nach dem Täter und dem Motiv zu sein. Die verschiedenen Handlungssträngewaren teilweise so eng miteinander verwoben, dass ich zeitweise den Überblick der Geschehnisse verloren habe. Meine Empfehlung daher: Das Buch am besten in Ruhe zu hause auf der  Couch lesen, und keinesfalls "zwischendurch" in der Bahn oder ähnliches.dass  Gelungen fand ich den Wechsel zwischen verschiedenen Schauplätzen : Stockholm, als Sitz des Ermittlerteams und Bangkok, der Aufenthaltsort der verschollenen Tochter des ermordeten Pfarrerpaares.Die Flüchtlingsproblematik als Haupthinterergrund für den Roman fand ich ebenfalls gelungen, da die Autorin einen real existierenden sozialen Aspekt als Grundlage für Ihren Thriller gewählt hat und somit auch sozialkritische Töne anschlägt. . Damit sticht sie aus der Masse der Mainstream-Thriller für mich positiv heraus. Auch die Figurenkonstellation und -zeichnung hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Alex Recht ist als Leiter der Sonderkommission wirklich nicht zu beneiden. Nicht nur das die Mitglieder seines Teams private Ängste und Nöte haben, die teilweise die Ermittlungsarbeite beeinflussen, auch unter den einzelenen Teammitgliedern kommt es immer wieder zu Spannungen. Und auch Alex recht selber bleibt von privaten Schicksalsschlägen diesmal nicht verschont.Als Fazit kann man sagen, dass Kristina Ohlsson mit "Tausendschön" ein rasanter, tiefgründiger Thriller gelungen ist, der es Wert ist in Ruhe gelesen zu werden. Ich freue mich jetzt schon auf den Dritten Teil "Sterntaler" und hoffe Euch auch bald dieses Buch vorstellen zu dürfen.











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